Erneuerbare weiter im Aufwind.
Die Erzeugungsbasis für grünen Strom in Deutschland wächst kontinuierlich. Produktionskapazitäten aus Windkraft- und Solarenergie haben im Jahr 2025 wieder deutlich zugelegt – auch in Brandenburg.
Wind- und Solarenergie waren im vergangenen Jahr Hauptträger des Zuwachses an erneuerbarer Stromerzeugungskapazität in Deutschland, stellte die Bundesnetzagentur im Januar 2026 fest. Der Zuwachs summierte sich binnen Jahresfrist auf beachtliche 21.000 Megawatt.
Damit waren Ende 2025 insgesamt 210.000 Megawatt erneuerbare Erzeugungsleistung aus Wind- und Solarenergie, Biomasse und Wasserkraft am Netz. Die Zahlen gehen aus dem von der Bundesnetzagentur geführten Marktstammdatenregister hervor, in dem alle netzgekoppelten Stromerzeuger in Deutschland verzeichnet sind.
30.368 Windturbinen erzeugen 68.157 Megawatt.
Die Kapazitäten für Windstromproduktion an Land wuchsen demnach im vergangenen Jahr netto (abzüglich der Leistung stillgelegter alter Windräder) um 4.605 Megawatt; der zweithöchste je erzielte Zubau. Damit standen Ende 2025 an Land 30.368 Windturbinen mit rund 68.157 Megawatt Erzeugungsleistung zur Verfügung.
Windkraft an Land festigte so ihre Position als wichtigster Energieträger im deutschen Strommix. Die Windstromproduktion auf der Nord- und Ostsee blieb Ende 2025 mit 9.673 Megawatt Erzeugungskapazität deutlich hinter der Windkraft an Land zurück.
Erfolgsmodell Windkraft in Brandenburg.
In Brandenburg legte die Erzeugungsleistung aus Windkraft im letzten Jahr netto um 543 Megawatt zu. Insgesamt drehten sich Ende 2025 hier 4.154 Windräder mit 9.541 Megawatt Gesamtleistung. Auf mehr Produktionskapazität kommen nur die Küstenländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Die Stromerzeugung aus Solarenergie in Deutschland nahm 2025 deutlich um 16.458 Megawatt zu. Ende 2025 produzierten nach Angaben der Bundesnetzagentur rund 5,7 Millionen Solaranlagen mit 117.039 Megawatt Erzeugungsleistung grünen Strom. Der Zubau entfiel jeweils etwa zur Hälfte auf Gebäudesolar- und Freiflächenanlagen; Balkonkraftwerke steuerten etwa 500 Megawatt bei.
Im Bundesländervergleich am meisten solare Erzeugungsleistung kam im letzten Jahr in Bayern (4.537 Megawatt) und Baden-Württemberg (2.069 MW) dazu. Brandenburg landete mit 870 Megawatt Zubau im Mittelfeld und kommt so auf insgesamt 8.858 Megawatt solare Erzeugungsleistung.
Erneuerbare in Deutschland zügig ausbauen.
Der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland soll zügig weitergehen. Im letzten Jahr wurden laut Daten der Bundesnetzagentur knapp 20.800 Megawatt Windenergieleistung an Land neu genehmigt.
Für die kommenden Jahre seien steigende Inbetriebnahmezahlen zu erwarten. In Brandenburg soll der Zubau jedoch stärker gesteuert und auf Windvorranggebiete gelenkt werden. Der Landtag in Potsdam hat am 26. Februar ein Windenergie-Moratorium beschlossen.
Es sieht vor, dass in drei von fünf Planungsregionen – Prignitz-Oberhavel, Oderland-Spree und Lausitz-Spreewald – in denen Regionalplanung und Ausweisung von Windvorranggebieten noch nicht abgeschlossen sind, bis Ende Januar 2027 keine neuen Windturbinen außerhalb ausgewiesener Windenergiegebiete mehr genehmigt werden.
Auch wenn das Moratorium nur für Anlagen greift, für die noch keine vollständigen Genehmigungsanträge eingereicht und Verfahren eröffnet wurden, steigt der Druck, die Regionalplanung zügig zu verabschieden.
Sonderabgaben an Kommunen neu geregelt.
Die brandenburgische Landesregierung hatte zudem im November letzten Jahres die finanzielle Beteiligung von Kommunen an Erträgen von Windkraft- und Solaranlagen in deren Umgebung neu geregelt. Das Erneuerbare-Energien-Sonderabgabengesetz führt bisherige Regelungen für Windkraft und Solaranlagen zusammen.
Nach bisherigen Festlegungen sollen die Erzeugungskapazitäten für Windstrom an Land in Deutschland bis 2030 auf 115.000 Megawatt und für Solarenergie auf 215.000 Megawatt erweitert werden. Energieverbände weisen zudem darauf hin, dass die Stromnetze rascher als bisher ausgebaut werden müssen, um zunehmende erneuerbare Strommengen in die Versorgung integrieren zu können und Transportengpässe zu vermeiden.
Außerdem steht die bisherige Förderung der Grünstromerzeugung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor Veränderungen. Das EEG muss novelliert werden, weil die EU-Genehmigung für das aktuelle Fördersystem zum Jahresende ausläuft. Das dürfte einen Run auf drei noch ausstehende Ausschreibungsrunden für Windkraft in diesem Jahr auslösen, die noch eine Förderung nach dem aktuellen EEG ermöglichen.
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Katharina Priesnitz
Referentin Public Affairs und Energiepolitik