Brandenburger Lausitz: Spiegelnder See inmitten dichter grüner Wälder unter einem leicht bewölkten Sommerhimmel.

Lausitz wird Net Zero Valley.

Grüne Industrie zur Produktion von Klimaschutztechnologie für Europa soll den Strukturwandel in der bisherigen Kohleregion unterstützen.

Europas erstes Net Zero Valley (NZV) entsteht in der Lausitz. In der länderübergreifenden Modellregion, die sich über die gesamte Lausitz in Brandenburg und Sachsen erstreckt, soll sich Industrie zur Produktion grüner Technologie ansiedeln. Die Bezeichnung Net Zero (oder Netto Null) steht für Klimaneutralität.

Die Einrichtung von Net Zero Valleys geht auf den Net-Zero Industry Act zurück, ein Gesetz, das die Europäische Kommission im Juni 2024 auf den Weg gebracht hatte. Es zielt darauf ab, die Herstellung von Netto-Null-Technologien in der EU zu steigern, um bis 2030 mindestens 40 Prozent des jährlichen Bedarfs der EU an diesen Technologien zu decken.

Das Net Zero Valley Lausitz wurde unter Federführung der Stadt Cottbus und des Landkreises Görlitz von einem breiten Bündnis von rund 200 Akteurinnen und Akteuren aus Kommunen, Verbänden, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft in der Lausitz initiiert und vorbereitet.

Brandenburg und Sachsen gehen voran.

Die Wirtschaftsminister Brandenburgs und Sachsens, Daniel Keller und Dirk Panter (beide SPD), unterzeichneten am 16. Dezember 2025 in Cottbus den Beschluss der beiden Bundesländer zur Ausweisung der Lausitz als europaweit erstes Net Zero Valley. Die Minister gaben damit grünes Licht für die Umsetzung des Projektes. Der Aufbau der Organisationsstruktur läuft; in Cottbus und Görlitz werden Geschäftsstellen eingerichtet.

In Net Zero Valleys sollen günstige Voraussetzungen für die Ansiedlung grüner Unternehmen geschaffen werden. Vereinfachte Genehmigungsverfahren, gezielte Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, moderne Infrastruktur und ein verbesserter Marktzugang für Produkte aus Europa sollen Investorinnen und Investoren anlocken.

Der Net-Zero Industry Act der EU-Kommission sieht für Investorinnen und Investoren einen bevorzugten Zugang zu EU-Förderprogrammen vor. Dem NZV Lausitz zugutekommen könnten auch öffentliche Mittel, die der Bund sowie die Länder Brandenburg und Sachsen für den Strukturwandel in der bisherigen Kohleregion bereitstellen. Laut Internetseite des NZV Lausitz sind mehr als 17,2 Milliarden Euro öffentliche Investitionen für den Strukturwandel und über 20 Milliarden Euro private Investitionen in grüne Zukunftstechnologien in Aussicht gestellt.

Tagebau in der Lausitz: Großer Schaufelradbagger arbeitet in einer weitläufigen Tagebaulandschaft unter blauem Himmel.
Schluss mit dem Braunkohle-Tagebau: Die Lausitz will sich künftig zu einer länderübergreifenden Modellregion für die Produktion grüner Technologien entwickeln.

Strukturwandel der Region erfolgreich gestalten.

Die Lausitz soll so eine Region der Zukunft werden. Ziel ist, rasch grüne Industrie anzusiedeln, die wichtige technische Komponenten für klimaneutrale Energieversorgung wie Batterien und Energiespeicher, Wasserstofftechnologie, Stromnetz und Ladeinfrastruktur sowie für die industrielle Sektorkopplung produziert.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Keller sieht im Net Zero Valley einen weiteren „Baustein zur erfolgreichen Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz“ und eine Chance für zusätzliche Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region. „Wir schaffen Planungssicherheit, regen Investitionen an und geben der Lausitz eine klare Richtung – hin zu einem starken, nachhaltigen Wirtschaftsstandort“, erklärt sein sächsischer Amtskollege Panter.

Vorfahrt für klimaneutrale Technologien.

Durch die Ausweisung der Lausitz zum NZV würden gezielt Investorinnen und Investoren für klimaneutrale Technologien angesprochen, kündigt die Wirtschaftsförderung Sachsen an. Gleichzeitig profitierten Unternehmen, Kommunen und Forschungseinrichtungen von klaren Verfahren und verlässlichen Rahmenbedingungen.

Auch mehrere Unternehmen aus der Energiewirtschaft in der Lausitz wie Energie Brandenburg, Leag, Eurowind Energy, Siemens Energy, Referenzkraftwerk Lausitz, Stadtwerke Weißwasser, Enertrag, Envia Service und Energiequelle zählen zu den Unterstützern des Net Zero Valleys.

„Ich glaube an daraus erwachsende Chancen für unser Versorgungsgebiet Lausitz“, sagt Kathrin Jung, Geschäftsführerin der EMB Energie Brandenburg GmbH. „Investorinnenen und Investoren, die in die Lausitz kommen, sind potenzielle Kundinnen und Kunden für uns und Arbeitgebende für die Menschen in der Region.“ Jung setzt zudem auf die angekündigten Vereinfachungen bei Genehmigungsverfahren. Das Net Zero Valley „kann uns damit auch bei eigenen Projekten helfen, schneller zu sein“.

Schneller Auf- und Ausbau an elf Standorten.

Für elf Industriestandorte mit insgesamt 800 Hektar nutzbarer Fläche, unter anderem in Jänschwalde, Guben, Forst, Weißwasser und Schwarze Pumpe, wurde bereits eine Umweltprüfung durchgeführt, um einen beschleunigten Auf- und Ausbau von Produktionsanlagen zu ermöglichen, so die Organisatorinnen und Organisatoren.

Mit ihren Flächen, ihren Forschungseinrichtungen, der vorhandenen Energieinfrastruktur und einer starken erneuerbaren Stromerzeugung habe die Lausitz beste Voraussetzungen für die Produktion grüner Technologie. Um schnell Wirkung zu entfalten, habe die Region zudem so genannte Beschleunigungspapiere erarbeitet, die auf Vereinfachung von Genehmigungsverfahren und Bürokratieabbau abzielen.

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Porträtfoto Katharina Priesnitz von Energie Brandenburg in schwarzem Blazer und weißer Bluse.

Katharina Priesnitz

Referentin Public Affairs und Energiepolitik