Verhaltenes Tempo bei Wärmeplanung.
Kommunale Wärmepläne sind als Fahrpläne für die Umstellung auf erneuerbare Wärme in Städten und Gemeinden gedacht. Auch in Brandenburg tun sich dabei größere Kommunen leichter als Gemeinden im ländlichen Raum.
Die kommunale Wärmeplanung (KWP) kommt insgesamt gesehen eher verhalten voran. Kleinere Kommunen warteten vielfach noch ab, stellte das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle zu Jahresbeginn 2026 fest.
Die meisten abgeschlossenen Wärmeplanungen gab es demnach in den Bundesländern Rheinland-Pfalz (352), Baden-Württemberg (299) und Bayern (94). Deutschlandweit hatten Anfang des Jahres 1.033 von insgesamt 10.754 Kommunen, also knapp zehn Prozent, ihre Wärmeplanung abgeschlossen, so das KWW.
Von den 80 Großstädten mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, lag in 34 ein fertiger Wärmeplan vor, in 46 war er in Arbeit. Großstädte müssen die Wärmepläne bereits bis Ende Juni 2026 vorlegen.
Für kleine Kommunen ist Wärmeplanung ein Kraftakt.
Von den rund 1.500 mittelgroßen Städten und Gemeinden mit Einwohnerzahlen zwischen 10.000 und 100.000 hatten 20 Prozent ihren Wärmeplan fertiggestellt. 63 Prozent hatten den Prozess gestartet.
Dagegen lag von den gut 9.000 kleineren Kommunen mit weniger als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern erst bei acht Prozent ein fertiger Wärmeplan vor; bei rund 40 Prozent war der Planungsprozess angelaufen.
Das KWW empfiehlt, in Zukunft kleinere Kommunen stärker zu beachten, weil die Wärmeplanung für diese einen „enormen Kraftakt“ darstelle. Für Kommunen mit bis zu 15.000 Einwohnerinnen und Einwohnern soll sie deshalb noch in diesem Jahr deutlich vereinfacht werden.
Das sieht die Ankündigung für eine Novelle des Wärmeplanungsgesetzes vor, die die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD im Februar gemeinsam mit Eckpunkten für ein Gebäudemodernisierungsgesetz des Bundes vorgelegt hat. Bis Ostern soll ein Gesetzentwurf der Bundesregierung folgen.
Fertige Wärmepläne in 15 brandenburgischen Kommunen.
Auch in Brandenburg steht das Signal vielerorts auf Abwarten. Das für Wärmeplanung zuständige Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) in Potsdam, kommt in seinem jüngsten Monitoringbericht zum Ergebnis, dass bis 1. Dezember 2025 von den 413 Kommunen im Bundesland lediglich 15 ihren Wärmeplan fertiggestellt hatten.
Es sind die Gemeinden:
- Blankenfelde-Mahlow
- Letschin
- Nordwestuckermark
- Rüdersdorf
- Schorfheide
- Schwielowsee
- Wustermark
Dazu kommen die Städte:
- Elsterwerda
- Guben
- Herzberg (Elster)
- Nauen
- Oranienburg
- Premnitz
- Templin
- Velten
Bei mindestens 165 Kommunen sei die Wärmeplanung in Arbeit. Mehr als die Hälfte der Kommunen in Brandenburg sieht der Monitoringbericht „noch in der Vorbereitungsphase“.
Die Landeshauptstadt Potsdam, einzige brandenburgische Kommune mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, hatte Ende letzten Jahres einen fertigen Entwurf veröffentlicht. Der Wärmeplan muss noch von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden.
82 Gemeinden planen gemeinsam
Aus dem MIL-Monitoringbericht geht auch hervor, dass bis Ende letzten Jahres 82 brandenburgische Städte und Gemeinden eine interkommunale, also gemeinsame Wärmeplanung verfolgen. In den meisten Fällen betreiben dabei Ämter die Wärmeplanung für zugehörige Kommunen.
Es gibt aber auch vier vertraglich vereinbarte Wärmeplanungs-Kooperationen, beispielsweise zwischen Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow im Gebiet der Energie Brandenburg. Für das vereinfachte Verfahren der Wärmeplanung hatten sich 40 kleine brandenburgische Kommunen entschieden.
Unterstützung durch Landesregierung in Potsdam.
Unterstützung bei der Wärmeplanung erhalten Kommunen von den Bundesländern. Das brandenburgische MIL weist auf gesicherte Kostenerstattung durch das Land hin. Informationen dazu, das Antragsformular und ergänzende Erläuterungen stellt das Ministerium auf seiner Internetseite bereit. In der zweiten Jahreshälfte soll ein digitalisiertes Antrags- und Erstattungsverfahren eingeführt werden.
Das MIL stellt Kommunen ferner das auf Brandenburg zugeschnittene KWW-Musterleistungsverzeichnis für die Ausschreibung der Wärmeplanerstellung zur Verfügung. Die Dokumente stehen wie Gesetzestexte, Leitfäden und ein Link zum Wärmekataster des Landes auf der Internetseite des Ministeriums bereit.
Termine der Bürgermeisterstammtische 2026.
Themen wie erneuerbare Wärme, Biomethan, Wasserstoff und Elektro-Mobilität werden brandenburgische Kommunen auch 2026 intensiv beschäftigen. Dem Austausch darüber dienen die Bürgermeisterstammtische, zu denen die EMB Energie Brandenburg GmbH regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter von Stadt- und Gemeindeverwaltungen einlädt.
Die Geschäftsführung des Unternehmens, Fachreferentinnen und -referenten informieren dabei die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter über innovative Ansätze, bewährte Praktiken und nachhaltige Lösungen. Veranstaltungen für dieses Jahr sind für 13. Mai in Baruth im Landkreis Teltow-Fläming, für 4. Juni in Lauta im Landkreis Bautzen und für November in den Landkreisen Havelland und Potsdam-Mittelmark angekündigt.
Energie Brandenburg liefert Daten für Wärmeplanung.
Die EMB Energie Brandenburg GmbH unterstützt Kommunen in ihrem Konzessionsgebiet mit dem Serviceangebot Wärme-Light-Planung, das wichtige Daten für die Wärmeplanung liefert. Dazu zählen mindestens ein Überblick über den Wärmemarkt Brandenburg und die Vorstellung von möglichen grünen Energieträgern.
Größere Städte und Gemeinden erhalten zudem Strukturdaten der jeweiligen Kommune, eine Bestandsaufnahme der örtlichen Wärmeversorgung und eine Potenzialanalyse zu verfügbarer grüner Wärme, die auch Biomethan berücksichtigt.
Eine Informationsbroschüre zur Wärme-Light-Planung hat Energie Brandenburg Anfang des Jahres veröffentlicht. Gesetzlich vorgesehen ist, dass alle Kommunen in Deutschland bis 30. Juni 2028 einen gültigen Wärmeplan vorlegen.
Ihr Kontakt.
Jens Teich
Referent Kommunen