Kommunale Energieversorgung im Wandel.
Die Energiewende stellt Kommunen vor neue Herausforderungen. Kommunale Wärmeplanung, veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen und die zunehmende Digitalisierung der Energieversorgung wirken sich immer stärker auf Zielsetzungen, auf den Betrieb und die Sicherheit kommunaler Energiesysteme aus. Gleichzeitig eröffnen digitale Daten, intelligente Systeme und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz neue Möglichkeiten, Prozesse effizienter zu gestalten, Prognosen zu verbessern und Energie- und Wärmeinfrastrukturen gezielter zu planen.
Energie- und Wärmeversorgung zukunftssicher gestalten
Um sich über diese Themen und Entwicklungen auszutauschen, lud die EMB Energie Brandenburg GmbH auch in diesem Jahr alle Konzessionskommunen zum Energie Brandenburg Dialog ein. Die Tagungen am Donnerstag, den 17. September 2026, im LEAG Energie Stadion in Cottbus und am 24. September im Landgut Stober in Groß Behnitz, standen unter dem Titel „Kommunale Energieversorgung zwischen Digitalisierung, KI und Infrastruktursicherheit“. In Vorträgen und im fachlichen Austausch ging es darum, wie Städte und Gemeinden ihre Energie- und Wärmeversorgung zukunftssicher gestalten können. Sich vernetzen, Fragen stellen, Neues erfahren, eigene Erfahrungen und Positionen darstellen - dafür bietet der Energie Brandenburg Dialog beste Möglichkeiten.
Zentrale Zukunftsaufgabe: Wärmeplanung
Die kommunale Energieversorgung befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess. Mit der kommunalen Wärmeplanung entstehen neue Anforderungen an die Städte und Gemeinden – eine Herausforderung vor allem für kleine Kommunen.
Nach dem Wärmeplanungsgesetz des Landes Brandenburg muss für Gemeindegebiete mit bis zu 100.000 Einwohnern grundsätzlich bis zum 30. Juni 2028 ein Wärmeplan erstellt sein. Bestehende Infrastrukturen müssen Schritt für Schritt an neue technische und digitale Rahmenbedingungen angepasst werden. Dabei gewinnt auch das Thema Infrastruktursicherheit zunehmend an Bedeutung.
Für die Energieversorgung und für die Wärmeplanung bringt die Digitalisierung nicht nur zusätzliche Herausforderungen mit sich. Sie bietet auch zahlreiche neue Chancen: Durch die intelligente Nutzung von Energiedaten können Abläufe optimiert, Verbräuche besser analysiert und Entwicklungen genauer prognostiziert werden. KI-Anwendungen können dabei unterstützen, komplexe Datenmengen auszuwerten und Energie- sowie Wärmesysteme effizienter zu steuern.
Wichtig dabei: Cybersicherheit. Denn Digitalisierung schafft Chancen, erhöht aber auch die Anforderungen an den Schutz kritischer Infrastrukturen und sensibler Daten. Die Lösung für mehr Sicherheit: Zusammenarbeit, klare Zuständigkeiten und frühzeitige Vorsorge.
Gespräche, Vorträge, Netzwerkarbeit
Der Energie Brandenburg Dialog bot Kommunalvertreterinnen und Kommunalvertretern einen kompakten Überblick über aktuelle Entwicklungen und Fragestellungen. Praxisbeispiele zeigten, wie digitale Lösungen und neue Technologien bereits heute eingesetzt werden können und welche Perspektiven sich daraus für die kommunale Versorgung ergeben.
Wie heizt Brandenburg aktuell? Welche Aspekte beinhaltet das Gebäudemodernisierungsgesetzt? Was sind die Eckpunkte des Wärmenetzpaketes? Welche Studien- und Forschungsprojekte bieten interessante Ansätze für eine sinnvolle Nutzung von KI in der Wärmeplanung der Zukunft? Diese und viele weitere Themen und Fragestellungen wurden in Fachvorträgen erläutert. Professor für Energiesystemtechnik, Dr.-Ing. Henning Meschede von der Universität Paderborn, sprach über Möglichkeiten und Herausforderungen im Bereich Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung in der Praxis.
Im Vortrag von André Studzinski von der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG ging es um Cybersicherheit in der Energieversorgung. Über aktuelle Entwicklungen in der Wärmegesetzgebung referierte Fachbereichsleiterin Energie Johanna Tantzen von der BDEW-Landesgruppe Berlin-Brandenburg.
Wärmeplanung wird zur Pflichtaufgabe
Für die Städte und Gemeinden in Brandenburg wird die kommunale Wärmeplanung eine zentrale Zukunftsaufgabe. Auch kleinere Kommunen müssen sich darauf einstellen: Nach dem Wärmeplanungsgesetz muss für Gemeindegebiete mit bis zu 100.000 Einwohnern bis zum 30. Juni 2028 ein Wärmeplan erstellt sein. Für Kommunen mit weniger als 10.000 Einwohnern kann ein vereinfachtes Verfahren angewendet werden.
Zudem besteht in Brandenburg die Möglichkeit einer gemeinsamen, interkommunalen Wärmeplanung. Dabei geht es nicht darum, bis 2028 bereits die gesamte Wärmeversorgung einer Kommune umzustellen. Der Wärmeplan soll aufzeigen, wie die Wärmeversorgung vor Ort langfristig auf erneuerbare Energien und andere emissionsärmere Lösungen umgestellt werden kann. Ziel des Bundesgesetzes ist es, die Treibhausgasemissionen der Wärmeversorgung bis 2045 deutlich zu verringern.